Erarbeitung einer zukunftsfähigen, regional gedachten Ernährungsstrategie für das Land Berlin

Im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Verbraucherschutz hat NAHhaft - zusammen mit Netzwerk X und unter Beteiligung der relevanten Akteure in der Hauptstadtregion - Empfehlungen für eine Berliner Ernährungsstrategie entwickelt.

Wie war der Prozess zur Erarbeitung der Berliner Ernährungsstrategie gestaltet? Wer war beteiligt?

Der unter der Federführung der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung initiierte Prozess zur Entwicklung einer Berliner Ernährungsstrategie begann im April 2018. Die Ergebnisse wurden in Form eines Aktionsplanes mit Handlungsfeldern, konkreten Maßnahmen und Zuständigkeiten sowie Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Ernährungsstrategie bis Ende 2018 fertiggestellt. Der Entwicklungsprozess wurde dabei von NAHhaft e.V. zusammen mit dem Beraternetzwerk Netzwerk X strategisch und wissenschaftlich begleitet.


Mit dem Ziel, möglichst viele verschiedene Anspruchsgruppen an der Erarbeitung zu beteiligen und eine Zusammenarbeit der Berliner Senatsverwaltungen und Bezirke sowie Brandenburger Ministerien zur Umsetzung erster Maßnahmen und für eine Verstetigung des Prozesses zu gewährleisten, fanden die Arbeitstreffen in zwei verschiedenen Gremien (Plenum und Beirat) statt. Im Plenum kamen Akteur*innen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen (u.a. Ernährungsrat Berlin), Ernährungswirtschaft und Wissenschaft zusammen. Hier wurden in insgesamt drei Sitzungen Handlungsfelder und –ziele, konkrete Maßnahmen sowie eine Strategie zur Kommunikation und Verstetigung des Prozesses entwickelt. Vertreterinnen und Vertreter der Berliner Senats- und Bezirksverwaltungen sowie Brandenburger Ministerien trafen sich zwischen den einzelnen Plenumssitzungen in einem Beirat und geben hier ihr fachliches Feedback zu den Vorschlägen des Plenums.

Was ist überhaupt eine Ernährungs-strategie?

Politische Strategien haben die Aufgabe, Impulse aus der Gesellschaft aufzugreifen, ihnen eine Richtung zu geben und eine gesellschaftliche Bewegung zu erzeugen, die das Potential hat, viele Menschen zu erreichen.


Eine Ernährungsstrategie – basierend auf den Erfahrungen anderer Beispiele – ist ein langfristig angelegter Plan, der Visionen, Ziele und Maßnahmen enthält, welche den Weg in ein nachhaltigeres urbanes Ernährungssystem ebnen sollen. Um dieses Ziel zu erreichen, verbinden Ernährungsstrategien in einem ganzheitlichen Ansatz verschiedene Politikbereiche und Handlungsfelder, die direkt oder indirekt Einfluss auf das Ernährungssystem nehmen. Dazu gehören auf der horizontalen Ebene verschiedene Politik- und Verwaltungsbereiche wie z.B. Umwelt, Stadtplanung, Verbraucherschutz, Gesundheit, Bildung, Beschäftigung, Wohnen, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität. Auf der vertikalen Ebene suchen Ernährungsstrategien stadtregionale Lösungen zur Verbesserung von Lebensmittelerzeugung, Verarbeitung, Verteilung, Zubereitung, Entsorgung bzw. Lebensmittelrettung.
Die Entwicklung einer Ernährungsstrategie kann demnach ein wirkungsvolles Instrument der städtischen Ernährungspolitik sein, um soziale, umweltrelevante, wirtschaftliche, stadtplanerische und gesundheitsfördernde Ziele integriert zu denken und Synergien zwischen verschiedenen Bereichen und weiteren Nachhaltigkeitsstrategien herzustellen. Eine Besonderheit von Ernährungsstrategien besteht darin, dass sie sich nicht nur darauf konzentrieren, wie die Stadt das Ernährungssystem verbessern kann, sondern auch umgekehrt nach Lösungen suchen, wie das Ernährungssystem die Entwicklung der Stadt unterstützen kann.


Der Abschlussbericht, der der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz vorgelegt wurde, wird Ende Februar 2019 hier veröffentlicht.

Laufzeit: April bis Dezember 2018


Im Auftrag von

Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung

Projektpartner

Netzwerk X

NAHhaft-Projektteam
Timo Eckhardt

Michaela Haack